Die Philippinen bestehen aus 7.641 Inseln, und das ist beim Tauchen kein Werbespruch, sondern ein Planungsproblem. Vier Regionen decken den größten Teil dessen ab, was du dort tauchen willst: Luzon mit Anilao, die Visayas rund um Cebu und Bohol, Palawan mit Coron und Tubbataha und Mindoro mit Puerto Galera. Zwischen den meisten liegt mindestens ein halber Reisetag. Die Region wählst du deshalb zuerst, den Tauchplatz danach.
Dieser Überblick ordnet die Regionen ein und verlinkt in die ausführlichen Guides zu den einzelnen Inseln, statt sie hier zu wiederholen.
Welche Tauchregionen haben die Philippinen?
Region | Drehkreuz | Wofür sie steht | Anspruch |
|---|---|---|---|
Luzon, Batangas | Manila | Makro und Muckplätze, Nacktschnecken | ab Einsteiger |
Visayas: Cebu, Bohol, Negros | Cebu (CEB) | Sardinenschwarm, Fuchshaie, Meeresschildkröten | ab Einsteiger, teils Strömung |
Palawan | Puerto Princesa, Busuanga | Wracks, Tubbataha per Tauchsafari | fortgeschritten für Tubbataha |
Mindoro, Puerto Galera | Manila plus Fähre | dichte Infrastruktur, Steilwände | ab Einsteiger, Strömung in den Meerengen |
Luzon ist die schnellste Region ab Manila. Anilao in der Provinz Batangas liegt rund drei Fahrstunden von der Hauptstadt entfernt und hat die dichteste Auswahl an Muckplätzen des Landes. Wer Nacktschnecken, Anglerfische und Tintenfische fotografieren will, findet hier das größte Angebot auf kürzestem Weg. Eine breitere Übersicht gibt der Luzon-Guide.
Die Visayas sind die vielseitigste Region und die mit der besten Verkehrsanbindung. Panglao und Bohol bieten Steilwände und Balicasag, Malapascua im Norden Cebus ist einer der wenigen Orte weltweit, an denen Fuchshaie fast täglich an Putzerstationen im Freizeittauchbereich auftauchen, und vor Moalboal steht ein Sardinenschwarm direkt am Hausriff. Apo Island vor Negros wird seit 1982 von der Dorfgemeinschaft mitverwaltet, seit der Unterschutzstellung 1994 gemeinsam mit der Naturschutzbehörde DENR, und gilt als eines der ältesten funktionierenden Meeresschutzgebiete Südostasiens. Der Visayas-Guide ordnet die Inseln untereinander ein.
Palawan teilt sich in zwei sehr verschiedene Ziele. Um Busuanga liegen die japanischen Wracks von Coron, versenkt am 24. September 1944 bei einem amerikanischen Luftangriff. Und in der Sulusee liegt Tubbataha, das nur per Tauchsafari erreichbar ist und nur in einem kurzen Fenster im Frühjahr befahren wird. Was sonst noch in der Provinz geht, steht im Palawan-Guide.
Mindoro ist die pragmatische Wahl für ein verlängertes Wochenende ab Manila. Puerto Galera erreichst du über den Fährhafen Batangas. Der Ort hat eine sehr hohe Dichte an Tauchbasen und Tauchplätze von flach bis anspruchsvoll.
Wie wählst du die richtige Region aus?
Nach dem, was du sehen willst, und danach, wie viel Umsteigen du in Kauf nimmst. Beides hängt zusammen, weil die Philippinen kein Ziel für eine Rundreise mit Tauchgängen nebenbei sind.
Eine brauchbare Faustregel für zwei Wochen: zwei Regionen, nicht vier. Jeder Wechsel kostet dich einen Reisetag, einen Inlandsflug und einen Puffer für Verspätungen, und mit 18 Stunden Wartezeit vor dem Rückflug bleiben von 14 Tagen realistisch neun bis zehn Tauchtage übrig. Eine Ausnahme gibt es: Anilao und Puerto Galera liegen in derselben Provinz und sind über denselben Fährhafen in Batangas verbunden. Von Anilao sind es rund eine Autostunde zum Pier und von dort noch einmal knapp zwei Stunden Überfahrt.
Nach Interesse sortiert:
Makro und Fotografie: Anilao, ergänzt um Dauin auf Negros. Beide sind Muckplätze mit dunklem Sand und wenig Riffkulisse.
Großfisch und Schwärme: Malapascua für Fuchshaie, Moalboal für den Sardinenschwarm, Tubbataha für Haie und intaktes Riff.
Wracks: Coron. Danach kommt lange nichts.
Riff und Schildkröten: Panglao, Balicasag, Apo Island. Für Balicasag gilt eine behördliche Tagesquote, die Basis muss dich vorab anmelden. Apo Island wird über Dumaguete und Dauin angefahren, nicht über Cebu, und die Anlandung wird bei Welle geschlossen.
Wenig Reisezeit ab Manila: Puerto Galera oder Anilao.
Wenn du das erste Mal dort tauchst, nimm die Visayas. Ein Flug nach Cebu reicht. Danach rechnest du mit rund zwei Stunden Fähre nach Bohol, etwa drei Stunden Straße nach Moalboal und vier bis sechs Stunden nach Malapascua oder Dauin, alles ohne weiteren Inlandsflug.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die Trockenzeit von November bis Mai gilt vor allem für Luzon, Mindoro und Palawan. Cebu und Bohol haben keine ausgeprägte Trockenzeit, die östlichen Visayas bekommen ihren meisten Regen sogar von November bis Januar. Der Schwerpunkt der Taifunsaison liegt zwischen Juli und Oktober, Stürme sind aber von Juni bis in den Dezember möglich. Die zerstörerischsten Systeme der letzten Jahre kamen im November und Dezember.
Region | Gute Monate | Wasser (typisch) | Besonderheit |
|---|---|---|---|
Anilao und Luzon | November bis Mai | 24 bis 29 °C | kühlstes Wasser im Januar und Februar |
Visayas | November bis Juni | 26 bis 30 °C | Malapascua schwächer im Amihan, Moalboal im Habagat |
Coron und Busuanga | November bis Mai | 27 bis 30 °C | Wracks liegen geschützt, auch bei Wind |
Tubbataha | Mitte März bis Mitte Juni | 28 bis 30 °C | ausschließlich Tauchsafari, sonst gesperrt |
Puerto Galera | November bis Mai | 24 bis 29 °C | Fähre fällt bei Sturmwarnung aus |
Im Januar und Februar ist ein 5-Millimeter-Anzug in Anilao und Puerto Galera keine Übertreibung, auf den Tieftauchgängen am Monad Shoal ebenso wenig.
Tubbataha ist der harte Termin im Kalender. Das Riff liegt rund 150 Kilometer vor Puerto Princesa mitten in der Sulusee, ist seit 1993 UNESCO-Welterbe und wird nur in dem kurzen Fenster befahren, in dem die See dort ruhig genug ist. Wer das sehen will, plant die Reise um dieses Fenster herum und nicht umgekehrt. Die Plätze auf den Safaris sind oft ein Jahr im Voraus vergeben.
Der Nordostmonsun, örtlich Amihan, bringt von Dezember bis Februar kühlere Luft und an den Ostküsten mehr Welle. Malapascua liegt an der Nordostspitze Cebus und verliert dann regelmäßig Ausfahrtstage. Der Südwestmonsun, Habagat, dreht das ab etwa Juni um und setzt der Westküste zu, also Moalboal. Beide Ziele haben Saison rund ums Jahr, aber ihre Schwachphasen liegen in gegenläufigen Halbjahren. Deshalb funktionieren Ziele mit Tauchplätzen auf beiden Inselseiten wie Panglao auch in schwierigen Wochen.
Was siehst du unter Wasser?
Die Philippinen liegen im Korallendreieck. Kent Carpenter und Victor Springer wiesen 2005 nach, dass nirgendwo mehr Küstenfischarten pro Fläche leben als im philippinischen Archipel. Zentrum des Zentrums heißt es im Titel ihrer Arbeit, gemeint sind dort die Philippinen als Ganzes. Auf die Verde Island Passage zwischen Batangas und Mindoro wurde der Ausdruck erst später übertragen.
Was das konkret bedeutet, hängt vom Platz ab:
Am Riff: Fahnenbarsche, Falterfische, Drückerfische, Meeresschildkröten an fast jedem Standort in den Visayas. An den Putzerstationen sitzen Putzerlippfische, und selbst Fuchshaie suchen sie am Monad Shoal auf. Genau deshalb steigen die Haie morgens aus mehreren hundert Metern auf das Plateau in rund 25 Metern.
Auf dem Muckplatz: Anglerfische, Geisterpfeifenfische, Mimikry-Oktopusse, Nacktschnecken, an guten Tagen zehn Arten und mehr pro Tauchgang. Anilao und Dauin sind dafür die Adressen.
An der Kante: Große Barrakudaschwärme, Stachelmakrelen und Hundszahnthun. Großaugenthun steht tagsüber tief unter der Sprungschicht und steigt erst nachts auf, am Riffhang begegnet er dir so gut wie nie.
In Tubbataha: Graue Riffhaie, Weißspitzen-Riffhaie, gelegentlich Walhaie, und Korallengärten in einem Zustand, den es in den befischten Gebieten des Landes nicht mehr gibt.
Der Sardinenschwarm vor Moalboal steht seit Jahren wenige Flossenschläge vom Strand entfernt, eines der wenigen Schauspiele dieser Größe, für das du kein Boot brauchst. Garantiert ist er nicht, der Schwarm hat seine Position schon mehrfach verlagert.
Welche Erfahrung brauchst du?
Für den größten Teil des Angebots reicht der Open-Water-Tauchschein. Drei Ausnahmen sind ernst zu nehmen:
Fuchshaie am Monad Shoal: Der Tauchgang beginnt vor Sonnenaufgang, das Plateau liegt bei rund 25 Metern und fällt an der Kante über 200 Meter ab, was du im Dämmerlicht nicht siehst. Die meisten Basen verlangen Advanced Open Water. Rechne mit knapper Nullzeit und tauche, wenn die Basis es anbietet, mit Nitrox. Am Shoal gilt: hinter der Leine bleiben, kein Blitz, keine Lampe auf die Tiere.
Tubbataha: Die Safarianbieter setzen üblicherweise Advanced Open Water und rund 50 geloggte Tauchgänge voraus, weil an den Riffecken kräftige Strömung steht und du weit draußen bist.
Die Wracks in Coron: Die flachen gehen ab Open Water, die tiefen liegen zwischen etwa 20 und 40 Metern. Das eigentliche Risiko ist nicht die Tiefe, sondern die Überkopfumgebung. Ohne Wrackausbildung, Führungsleine und zweite Lampe bleibst du außen, denn die Innenräume trüben sich bei einem einzigen Flossenschlag ein.
Eine Signalboje mit Spool gehört auf den Philippinen ins Gepäck, und du solltest sie vor der Reise mindestens einmal im Wasser gesetzt haben. In den Meerengen und an den Riffecken versetzt dich die Strömung schneller, als das Boot dich noch findet.
Druckkammern gibt es nur an wenigen Orten, unter anderem in Cebu, im Großraum Manila und als Kammer eines Tauchbetriebs in Coron. Von Malapascua und erst recht von Tubbataha aus vergehen bis zur nächsten Kammer viele Stunden. Eine Tauchunfallversicherung mit Evakuierungsdeckung ist hier kein Luxus.
Zum Rückflug gelten die üblichen Wartezeiten: mindestens 12 Stunden nach einem einzelnen Tauchgang, mindestens 18 nach mehreren Tagen mit Wiederholungstauchgängen und deutlich mehr nach Tauchgängen mit Dekompressionsstopps. Das sind Empfehlungen, keine Garantien. Wichtig für die Planung: Diese Uhr läuft auf den Inlandsflug, nicht erst auf den Langstreckenflug ab Manila.
Was kostet Tauchen auf den Philippinen?
Das Land gehört zu den günstigeren Tauchzielen Asiens, sobald du vor Ort bist. Grobe Spannen, ohne internationalen Flug:
Posten | Grobe Spanne |
|---|---|
Einzelner Tauchgang vom Boot | ~25 bis 40 € |
Tagespaket mit drei Tauchgängen | ~70 bis 110 € |
Fuchshai-Frühtauchgang, Malapascua | ~45 bis 70 € |
Tauchsafari Tubbataha, sechs bis sieben Tage | ~2.500 bis 3.800 € |
Inlandsflug Manila nach Cebu oder Busuanga | ~40 bis 120 € |
Unterkunft pro Nacht | ~25 bis 120 € |
Dazu kommen lokale Gebühren, die fast überall separat kassiert werden: Umweltabgaben pro Tauchplatz, Schutzgebietsgebühren auf Apo Island, Balicasag und am Monad Shoal, und für Tubbataha eine deutlich höhere Parkgebühr, die im Safaripreis manchmal enthalten ist und manchmal nicht.
Ein Posten, der Tauchreisende regelmäßig überrascht, ist das Freigepäck auf Inlandsflügen. Auf den kleinen Maschinen nach Busuanga sind oft nur zehn Kilogramm aufgegeben inbegriffen, bei Basistarifen der Billigairlines auch gar keines, und Tauchausrüstung sprengt das fast immer. Buch Zusatzgepäck vorab, am Schalter kostet es mehr.
Im Vergleich zu einer Malediven-Tauchsafari sind die Tagespreise niedrig, dafür zahlst du mit Zeit: mehr Transfers, mehr Wartezeit an Flughäfen und mehr Puffer für Wetter.
Häufige Fragen
Welche Region ist für den ersten Tauchurlaub auf den Philippinen die richtige? Die Visayas, weil ein einziger Flug nach Cebu reicht und du danach alles mit Fähre und Auto erreichst.
Wie früh musst du eine Tubbataha-Safari buchen? Meist ein Jahr im Voraus. Das Fenster umfasst nur rund drei Monate, und die Zahl der Boote mit Genehmigung ist klein.
Was solltest du am Monad Shoal beachten? Hinter der Leine bleiben, kein Blitz, keine Lampe auf die Haie. Der Tauchgang liegt auf rund 25 Metern im Dämmerlicht, also plan die Nullzeit vorher und geh nicht über die Plateaukante.
Sind die Philippinen in der Regenzeit tauchbar? An vielen Orten ja. Regen stört unter Wasser nicht, Wind schon. Palawan wird von Taifunen seltener getroffen als Luzon. Rechne mit ausfallenden Fähren und kurzfristigen Umplanungen, auch noch im Dezember.
Wie viele Regionen schaffst du in zwei Wochen? Zwei, wenn du entspannt tauchen willst. Anilao und Puerto Galera zählen dabei fast als eine, weil sie über denselben Fährhafen verbunden sind.



