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Tauchen in Mexiko: Von den Cenoten bis Socorro

Tauchen in Mexiko: Von den Cenoten bis Socorro

In Mexiko stecken zwei völlig verschiedene Tauchziele, und dazwischen liegen rund 2.400 Kilometer. Im Osten die Karibikseite mit Cozumel und den Cenoten der Halbinsel Yucatán, im Westen der Pazifik mit dem Golf von Kalifornien und den Revillagigedo-Inseln. Beide Küsten haben eigene Saisons und eigene Anforderungen. Beides auf einer Reise zu verbinden, klappt nur mit viel Zeit.

Welche Tauchregionen hat Mexiko?

Fünf Gebiete decken praktisch das gesamte Angebot ab. Die ersten drei liegen an der Karibikküste, die letzten beiden am Pazifik.

Region

Anreise über

Charakter

Anspruch

Cozumel

CZM oder CUN

Drifttauchgänge an Steilwänden

ab Einsteiger

Cenoten, Riviera Maya

CUN

Süßwasser, Überkopfumgebung, Lichtspiele

ab Open Water mit Tauchguide

Playa del Carmen

CUN

Bullenhaie im Winter

fortgeschritten

La Paz und Cabo Pulmo

LAP oder SJD

Seelöwen, Fischschwärme, Meeresschutzgebiet

ab Einsteiger

Socorro (Revillagigedo)

nur per Boot, meist ab Cabo

Riesenmantas, Hochsee

erfahren

Cozumel ist der einfachste Einstieg. Die Insel liegt am Mesoamerikanischen Riff, getaucht wird fast ausschließlich im Drift an Steilwänden wie Palancar oder Santa Rosa. Du lässt dich treiben, der Tauchguide führt die Gruppe, und das Boot folgt den Blasen. Deine Boje setzt du beim Aufstieg, nicht für den ganzen Tauchgang.

Cabo Pulmo im Golf von Kalifornien hat die spannendste Geschichte des Landes. Das Gebiet wurde 1995 zum Nationalpark erklärt, aber der entscheidende Schritt kam von den örtlichen Fischerfamilien: Sie stellten das Fischen selbst ein und überwachten das Verbot anschließend selbst. Zwischen 1999 und 2009 stieg die Fischbiomasse um mehrere hundert Prozent. Deshalb wird Cabo Pulmo weltweit als Beleg dafür zitiert, dass ein Schutzgebiet mit echtem Fangverbot funktioniert.

Was ist beim Cenotentauchen anders?

Es ist eine Überkopfumgebung. In einer Cenote kannst du nicht direkt auftauchen, wenn etwas schiefgeht, weil über dir Fels liegt. Deshalb gelten beim Cenotentauchen feste Regeln. Das sind keine Empfehlungen, sondern die Bedingung dafür, dass es sicher bleibt.

Der Unterschied, den manche Anbieter nicht deutlich genug machen:

  • Höhlenvorraum: Getaucht wird innerhalb der Tageslichtzone, an einer durchgehenden Führungsleine und in Sichtweite des Ausgangs. Die Grenzwerte dafür sind rund 60 Meter Wegstrecke von der Oberfläche, maximal etwa 21 Meter Tiefe und die Drittelregel beim Gasvorrat. Mit einem Open-Water-Brevet und einem höhlentauglich ausgebildeten Tauchguide gilt das als zulässig, so definieren es die Ausbildungsverbände und so wird es vor Ort gehandhabt.

  • Höhle: Alles jenseits dieser Grenzen. Dafür brauchst du eine eigene Höhlentaucherausbildung. Ohne die gehörst du dort nicht hin, unabhängig davon, wie viele Tauchgänge du geloggt hast.

Diese Zahlen sind auch dein Prüfmaßstab gegenüber dem Anbieter. Manche Tauchplätze, die als Cenotentour verkauft werden, sind keine Vorraumtauchgänge: The Pit und Angelita gehen deutlich über 30 Meter hinaus. Wenn ein Angebot dich dorthin bringen will, buchst du keinen Vorraumtauchgang mehr.

Praktisch heißt das außerdem: zwei Lampen, ein Tauchguide für höchstens vier Taucher und eine saubere Tarierung, weil aufgewirbeltes Sediment dir in Sekunden die Sicht nimmt. Das Wasser ist mit rund 24 bis 25 Grad Celsius ganzjährig kühler als das Meer, ein 5-mm-Anzug ist angenehmer als ein dünner. In vielen Cenoten durchquerst du eine Halokline, die Grenzschicht zwischen Süß- und Salzwasser, in der das Bild kurz verschwimmt wie hinter Milchglas. Einen Überblick über die einzelnen Systeme findest du im Cenoten-Guide.

Wann ist die beste Reisezeit für welche Küste?

Das hängt davon ab, an welcher Küste du tauchst, und die beiden Fenster überschneiden sich nur teilweise.

Küste und Region

Gute Monate

Wasser (typisch)

Besonderheit

Cozumel und Riviera Maya

November bis Mai

25 bis 29 °C

Hurrikansaison Juni bis November

Cenoten

ganzjährig

24 bis 25 °C

vom Wetter weitgehend unabhängig

Playa del Carmen, Bullenhaie

November bis März

25 bis 27 °C

saisonale Ansammlung trächtiger Weibchen

Golf von Kalifornien

September bis November

24 bis 29 °C

im Winter deutlich kühler und rauer

Socorro

November bis Mai

21 bis 27 °C

nur per Tauchsafari erreichbar

Zum Golf von Kalifornien gehört eine Einschränkung, die viele Reisepläne trifft: Die Seelöwenkolonie Los Islotes vor La Paz wird während der Wurf- und Paarungszeit für Wassersport gesperrt, üblicherweise etwa von Juni bis August. Die genauen Termine gibt die Naturschutzbehörde jedes Jahr neu bekannt, und sie werden auch verlängert. Wenn die Seelöwen dein Reisegrund sind, buch September oder später und prüf die Sperrzeit vorher.

Die Cenoten sind der Grund, warum Yucatán auch in der Regenzeit funktioniert. Süßwassersysteme im Fels interessiert es wenig, ob draußen ein Schauer durchzieht, und die Sicht liegt dort oft deutlich über dem, was das Meer bietet.

Was siehst du unter Wasser?

An beiden Küsten sehr Unterschiedliches. Das eine hat mit dem anderen wenig zu tun.

Auf der Karibikseite erwartet dich klassisches Riff: Fassschwämme, Gorgonien, Adlerrochen über dem Sand und in Cozumel der endemische Pracht-Krötenfisch (Sanopus splendidus), den es nirgendwo sonst gibt. Die Artenzahl erreicht nicht das Niveau des Korallendreiecks, wie du es beim Tauchen in Indonesien findest, dafür beeindrucken die Steilwände mit ihrer Struktur und die Sicht ist meist sehr gut.

Der Golf von Kalifornien ist die produktivere Seite. In Cabo Pulmo stehen Schwärme von Großaugen-Stachelmakrelen so dicht, dass sie als wirbelnder Turm das Licht abschatten. Das ist die Art, für die der Tauchplatz bekannt ist. Daneben jagen Blauflossen-Stachelmakrelen an der Kante, die im gesamten östlichen Pazifik vorkommen. Bei Los Islotes vor La Paz liegt die Seelöwenkolonie, und die Jungtiere kommen von sich aus zu Tauchern.

Socorro spielt in einer eigenen Liga: Riesenmantas mit bis zu sechs Metern Spannweite, die den Kontakt zu Tauchern aktiv suchen, dazu Delfine, Hammerhaie und im Winter Buckelwale, etwa von Januar bis März. Das ist eine reine Tauchsafari mit rund einem Tag Überfahrt und nichts für einen Kurztrip.

Käfigtauchen mit Weißen Haien vor der Isla Guadalupe ist seit Anfang 2023 verboten, seit die Behörden das Managementprogramm des Biosphärenreservats überarbeitet haben. Die kommerzielle Flotte fährt dort nicht mehr hin. Ob sich daran etwas geändert hat, prüfst du besser, bevor du deine Reise danach planst.

Welche Erfahrung brauchst du?

Für die meisten Gebiete weniger, als der Ruf vermuten lässt, mit zwei klaren Ausnahmen.

  • Ab Open Water: Cozumel, La Paz, Cabo Pulmo und geführte Tauchgänge im Höhlenvorraum. In Cozumel solltest du dich mit Drifttauchgängen wohlfühlen, aber das lernst du dort am ersten Tag.

  • Fortgeschritten und erfahren: Socorro, die Bullenhai-Tauchgänge vor Playa del Carmen und alles jenseits der Vorraumgrenzen in den Höhlensystemen.

Zur Höhenlage gehören Zahlen, keine Faustformel. Wenn du deinen Tauchurlaub in Yucatán mit Mexiko-Stadt auf rund 2.240 Metern verbindest, geht es danach in die Höhe, und dafür gilt dieselbe Logik wie vor dem Rückflug: nach einem einzelnen Tauchgang mindestens 12 Stunden, nach mehreren Tagen mit mehreren Tauchgängen mindestens 18.

Was kostet Tauchen in Mexiko?

Die Karibikseite ist bezahlbar, der Pazifik nicht. Grobe Spannen, ohne internationalen Flug:

Posten

Grobe Spanne

Zwei Tauchgänge vom Boot, Cozumel

~70 bis 120 €

Zwei Cenotentauchgänge mit Tauchguide

~110 bis 190 €

Tagesausfahrt La Paz mit Seelöwen

~120 bis 180 €

Tauchsafari Socorro, acht bis neun Tage

~3.500 bis 6.000 €

Unterkunft pro Nacht, Playa oder Cozumel

~40 bis 130 €

Dazu kommen Nationalparkgebühren, in Cozumel als Tagesabgabe und in Cabo Pulmo als Eintritt ins Schutzgebiet. Auf einer Socorro-Safari kommen die Gebühren für den Nationalpark Revillagigedo und eine Kammerpauschale obendrauf, zusammen ein dreistelliger Betrag. Das Trinkgeld für die Crew liegt auf so einer Charter oft noch darüber. Diese Sätze werden regelmäßig angehoben, frag den aktuellen Stand bei deiner Tauchbasis nach.

Teuer wird die Kombination beider Küsten vor allem durch den Inlandsflug. Der Flug von Cancún nach Los Cabos kostet je nach Vorlaufzeit grob 150 bis 350 Euro. Es gibt Nonstopverbindungen von rund dreieinhalb Stunden, häufig gebucht wird aber die Variante mit Umstieg in Mexiko-Stadt, und die frisst gern einen halben Tag.

Häufige Fragen

Kannst du mit Open Water in den Cenoten tauchen? Ja, im Höhlenvorraum mit einem entsprechend ausgebildeten Tauchguide: innerhalb der Tageslichtzone, an einer Führungsleine, bis rund 60 Meter Wegstrecke und etwa 21 Meter Tiefe. Echtes Höhlentauchen verlangt eine eigene Ausbildung.

Wann siehst du in Mexiko Walhaie? Vor Isla Mujeres läuft die regulierte Saison etwa von Mitte Mai bis Mitte September, mit dem Schwerpunkt im Juli und August. Das geht nur schnorchelnd, nicht mit Flasche. Es gilt eine feste Regelung: Boot mit Genehmigung, lizenzierter Guide, zwei Schwimmer plus Guide gleichzeitig im Wasser, dazu Schwimmweste und kein Anfassen.

Ist Cozumel für Anfänger geeignet? Ja. Die Drifttauchgänge werden geführt, das Boot folgt der Gruppe, und die Sicht ist meist sehr gut. Wer noch nie in Strömung getaucht ist, bucht am besten zwei ruhigere Tauchplätze zum Einstieg.

Wie kalt ist das Wasser in den Cenoten? Ganzjährig etwa 24 bis 25 Grad Celsius. Das klingt warm, aber bei zwei langen Tauchgängen ohne Sonne dazwischen kühlst du deutlich stärker aus als im Meer.

Lohnt sich Socorro? Für erfahrene Taucher, die gezielt Riesenmantas und pelagische Großfische sehen wollen, ja. Für einen ersten Mexikourlaub ist der Aufwand zu hoch, und die Überfahrt ist bei Schwell unangenehm.

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