Zum Hauptinhalt springenZur Navigation springen
diveity
Tauchen in Indonesien: Von Bali bis Raja Ampat

Tauchen in Indonesien: Von Bali bis Raja Ampat

Indonesien liegt mitten im Korallendreieck und hat die artenreichsten Riffe der Erde. Der Haken für die Reiseplanung: Das Land erstreckt sich über rund 5.000 Kilometer von Ost nach West, und die Tauchsaison ist von Region zu Region verschoben. Wer im falschen Monat ins falsche Gebiet fliegt, findet geschlossene Tauchbasen vor. Die Frage lautet deshalb nie "wann nach Indonesien", sondern "welche Region wann".

Welche Tauchregionen hat Indonesien?

Sechs Gebiete decken das meiste ab, was Taucher an Indonesien schätzen. Sie unterscheiden sich in Anspruch und Anreise erheblich, im Preis noch deutlicher.

Region

Anreise über

Charakter

Anspruch

Bali

Denpasar

Wrack, Makro, kurze Wege

ab Einsteiger

Komodo

Labuan Bajo

Drifttauchgänge, Mantas

fortgeschritten

Raja Ampat

Sorong

höchste Artenvielfalt, Kanäle

fortgeschritten

Nordsulawesi (Bunaken)

Manado

Steilwände, gute Sicht

ab Einsteiger

Lembeh-Straße

Manado

Schlammgrund mit Rarität auf Rarität

alle Niveaus

Bandasee

Ambon

Hochsee, Hammerhaie im Herbst

erfahren

Bali ist für die meisten der Einstieg, weil die Anbindung am besten ist und das Liberty-Wrack in Tulamben ohne Boot funktioniert. Balis Mantas gehören allerdings nicht in die Einsteigerspalte, die stehen vor Nusa Penida und verlangen Strömungserfahrung.

Komodo ist der Gegenentwurf: Kanäle, durch die enorme Wassermengen strömen. Castle Rock und Crystal Rock im Norden, Batu Bolong in der Mitte, Manta Alley im Süden. In Raja Ampat heißen die Namen Cape Kri, Blue Magic, Sardine Reef und Melissa's Garden, und die weiteste Anreise des Landes schlägt sich dort im Preis nieder.

Zur Bandasee eine Einordnung, weil sie oft als reines Safarigebiet verkauft wird: Banda Neira erreichst du per Pelni-Fähre ab Ambon oder mit einem Kleinflugzeug, und es gibt Tauchbasen an Land. Nur per Tauchsafari erreichbar sind die vorgelagerten Vulkaninseln Manuk und Serua sowie Koon vor Südost-Seram.

Warum gibt es keine einheitliche Reisezeit?

Weil zwei Monsune über den Archipel laufen und die Regionen unterschiedlich treffen. Was in Raja Ampat Hochsaison ist, ist in Komodo die ruppige Zeit.

Region

Gute Monate

Eingeschränkt

Bali

April bis Oktober

Regenzeit November bis März

Komodo

April bis November

Januar und Februar oft rau

Raja Ampat

Oktober bis April, Kern November bis März

Juni bis September, viele Basen zu

Nordsulawesi

März bis November

Niederschlagsspitzen Dezember bis Februar

Lembeh-Straße

ganzjährig

kurze Regenphasen

Bandasee

zwei Fenster im Frühjahr und Herbst

dazwischen keine Safaris

Die Wassertemperatur liegt fast überall bei etwa 27 bis 29 Grad Celsius. Drei Ausnahmen solltest du kennen, und sie sind unterschiedlich streng:

  • Süden von Komodo: 20 bis 24 Grad Celsius durch aufsteigendes Tiefenwasser.

  • Nusa Penida vor Bali: in der Upwelling-Saison von Juli bis Oktober 18 bis 20 Grad Celsius, gemeldet werden auch 16 Grad Celsius, und die Sprungschicht liegt oft schon bei 12 bis 18 Metern.

  • Lembeh-Straße: von Juli bis September rund 24 bis 26 Grad Celsius. Das klingt harmlos, aber Makrotauchen heißt siebzig Minuten fast bewegungslos über Sand. So kühlen in Indonesien die meisten Taucher aus.

In allen drei Fällen packst du besser mehr Neopren ein, als der Reiseprospekt vermuten lässt.

Welche Erfahrung verlangt Indonesien?

Mehr als die meisten warmen Reiseziele, weil Strömung hier der Normalfall ist. Genau sie bringt die Nährstoffe, und deshalb sind die Riffe so voll.

  • Ab Open Water: Bali (Tulamben, Amed), Bunaken, Lembeh. Ruhige Tauchplätze, kurze Wege, viel Zeit zum Üben.

  • Advanced Open Water plus Erfahrung: Komodo, Raja Ampat, Nusa Penida. Die meisten Anbieter verlangen rund 50 geloggte Tauchgänge, für Safaris in der Bandasee eher mehr.

Was dich in Komodo und Raja Ampat erwartet, ist nicht nur horizontale Strömung. In den Kanälen treten Auf- und Abwärtsströmungen auf, die dich ungeplant über mehrere Meter versetzen. Dagegen helfen ein Riffhaken, ein Negativeinstieg und ein Guide, der die Gezeiten lesen kann. Den Haken setzt du in totes Substrat oder Geröll, nie in lebende Koralle, so verlangt es auch der Verhaltenskodex in Raja Ampat. Du musst dabei sauber tarieren, denn wer mit dem Auftrieb kämpft, verbraucht Luft und Aufmerksamkeit zugleich.

Zur Ausrüstung und zur Absicherung gehören vier Dinge, die in offenen Kanälen über den Ausgang eines Zwischenfalls entscheiden:

  • Signalboje mit Spule, und die Übung, sie aus der Tiefe zu setzen. In einem offenen Kanal ist ein aufgetauchter Taucher aus zweihundert Metern Entfernung schwer zu sehen.

  • GPS- oder AIS-Notsender. Mehrere ernsthafte Anbieter vermieten sie inzwischen oder setzen sie voraus, weil in diesen Kanälen schon Taucher verloren gegangen sind.

  • Tauchunfallversicherung mit Bergung und Evakuierung. Eine Rettung aus Misool oder der Bandasee ist eine fünfstellige Angelegenheit.

  • Die nächste Druckkammer kennen: Kammern gibt es in Denpasar, in Manado und in Sorong. Aus Misool oder der Bandasee heraus redest du über ein bis zwei Tage bis dorthin, und das ist ein Planungsfaktor, keine Fußnote.

Wenn du zwei Regionen kombinierst, denk an die Flugpause: Nach mehreren Tagen mit mehreren Tauchgängen liegen mindestens 18 Stunden zwischen dem letzten Tauchgang und dem Flug. Das betrifft auch den Inlandsflug mitten in der Reise, etwa von Denpasar nach Labuan Bajo.

Was siehst du unter Wasser?

Mehr Arten als irgendwo sonst. Für das Korallendreieck sind rund 605 riffbildende Korallenarten dokumentiert, etwa drei Viertel aller bekannten Arten, und die Fischvielfalt zieht mit.

An den strömungsexponierten Kanten jagen Schwärme von Blauflossen-Makrelen in die Rifffischschwärme hinein, oft am frühen Morgen. Weiter draußen patrouillieren Hundszahn-Thune an der Riffkante, dort, wo die Strömung die Beutefische zusammendrückt. Der Großaugen-Thunfisch, den die Fischerei hier in Mengen fängt, bekommst du dagegen kaum zu sehen: Die Art steht tagsüber mehrere hundert Meter tief und kommt erst nachts höher.

Dazu die Klassiker: Riffmantas an den Putzstationen in Komodo und Raja Ampat, Wobbegongs unter Tischkorallen, Pygmäenseepferdchen in Gorgonien und in der Lembeh-Straße eine Dichte an Kleinstlebewesen, die es andernorts kaum gibt. Hammerhaie stehen saisonal in der Bandasee, meist im Herbst, und auch dort gilt: eine Chance, keine Garantie.

Die Artenvielfalt zeigt sich in Indonesien selten an einem einzelnen spektakulären Tier. Ein Riffabschnitt von zwanzig Metern Länge kann in Raja Ampat mehr Arten beherbergen, als du anderswo auf einem kompletten Tauchgang siehst. Das belohnt langsames Tauchen. Wer Strecke macht, sieht weniger als jemand, der zehn Minuten an einer Gorgonie bleibt.

Was kostet Tauchen in Indonesien?

Die Spanne ist größer als bei jedem anderen Tauchziel in Südostasien, weil landbasiertes Tauchen und Tauchsafari preislich weit auseinanderliegen.

Variante

Grobe Spanne

Bali oder Lembeh, landbasiert mit Tauchpaket

~700 bis 1.400 € / Woche

Komodo per Tauchsafari

~1.500 bis 3.000 € / Woche

Raja Ampat per Tauchsafari

~3.000 bis 5.500 € / Woche

Raja Ampat, einfaches Homestay-Tauchen

~900 bis 1.800 € / Woche

Inlandsflüge, gesamte Reise

~150 bis 500 €

Dazu kommen Nationalparkgebühren, in Raja Ampat als Pflichtabgabe für alle Besucher. Die Beträge werden regelmäßig angepasst, lass sie dir vom Veranstalter aktuell bestätigen.

Wie planst du eine erste Route?

Nimm zwei Regionen, nicht vier. Die Inlandsflüge fressen sonst mehr Urlaubstage, als du erwartest, und ein verpasster Anschluss in Jakarta oder Makassar kostet schnell einen kompletten Tauchtag.

Drei Kombinationen, die zeitlich aufgehen:

  1. Bali plus Komodo, April bis Oktober. Kurzer Inlandsflug, beide Regionen in derselben Saison.

  2. Nordsulawesi, ganzjährig. Bunaken für Steilwände, Lembeh für Makro. Der Wechsel ist allerdings kein reiner Autotransfer: Bunaken ist eine Insel und wird per Boot ab Manado angefahren, 30 bis 45 Minuten, und von Manado nach Bitung an der Lembeh-Straße fährst du noch einmal gut eine Stunde.

  3. Raja Ampat allein, November bis März. Die Anreise ist zu lang, um sie für weniger als zehn Tage zu machen.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Reisezeit für Indonesien? Es gibt keine, die für das ganze Land gilt. Raja Ampat läuft von Oktober bis April, Komodo von April bis November, Lembeh ganzjährig. Wähl erst die Region, dann den Monat.

Brauchst du für Indonesien ein Strömungsbrevet? Kein Anbieter verlangt eines. Es gibt sie aber durchaus, PADI führt den Drift Diver und SSI das Drift Diving als Spezialkurs, und geschadet hat so ein Kurs vor Komodo noch niemandem. Verlangt werden in der Praxis Advanced Open Water und rund 50 Tauchgänge.

Ist Raja Ampat das Geld wert? Für erfahrene Taucher mit Zeit ja, für einen ersten Indonesienurlaub eher nicht. Die Anreise ist lang und teuer, und die Artenvielfalt erschließt sich am besten, wenn du Vergleichswerte hast.

Wie warm ist das Wasser? Meist 27 bis 29 Grad Celsius. Im Süden Komodos sind es 20 bis 24 Grad Celsius, vor Nusa Penida in der Upwelling-Saison 18 bis 20 Grad Celsius, gemeldet werden auch 16, und die Lembeh-Straße fällt im Spätsommer auf 24 bis 26 Grad Celsius.

Kannst du in Indonesien tauchen lernen? Ja. Bali und Nordsulawesi sind dafür gut geeignet, beide haben ruhige Tauchplätze und eine hohe Dichte an Tauchbasen. In Komodo oder Raja Ampat anzufangen ist keine gute Idee.

About the Author

A
Admin User0 articles