Thailand hat zwei Tauchküsten, und sie laufen zeitlich gegeneinander. Im Westen die Andamanensee mit den Similan-Inseln, Richelieu Rock und Hin Daeng, Saison von Mitte Oktober bis Mitte Mai. Im Osten der Golf von Thailand mit Koh Tao, ganzjährig tauchbar, mit einer schwachen Phase im November und Dezember. Wer das verwechselt, bucht die Similans in den Monaten, in denen der Nationalpark geschlossen ist.
Welche Tauchgebiete hat Thailand?
Fünf Gebiete decken fast das gesamte Angebot ab. Die ersten drei liegen an der Andamanenküste, die letzten beiden am Golf.
Gebiet | Anreise über | Charakter | Anspruch |
|---|---|---|---|
Similan- und Surin-Inseln, Richelieu Rock | Khao Lak oder Phuket | Granitblöcke, Hochseefelsen, meist Tauchsafari | Similan-Plätze ab Einsteiger, Richelieu und Tachai fortgeschritten |
Hin Daeng und Hin Muang | Koh Lanta oder Krabi | Steilwände im offenen Meer, keine Insel | fortgeschritten |
Phuket und Phi Phi | Phuket (Flughafen HKT) | Tagesausfahrten, Wrack King Cruiser | Riffe ab Einsteiger, King Cruiser ab Advanced Open Water |
Koh Tao | Chumphon oder Koh Samui | flache Ausbildungsbuchten, Granitkuppen | ab Einsteiger |
Koh Chang | Trat | Wrack HTMS Chang, wenig Betrieb | Aufbauten ab 14 m für Einsteiger, Grund auf 30 m nur mit Advanced Open Water |
Koh Tao ist der Sonderfall. Die Insel ist knapp 21 Quadratkilometer groß und zählt seit Jahren zu den Orten, an denen weltweit die meisten Open-Water-Tauchscheine ausgestellt werden. Das drückt die Kurspreise und füllt die Tauchplätze. Wenn du dort tauchen lernst, bekommst du sehr viel Ausbildung für sehr wenig Geld und teilst dir Chumphon Pinnacle mit mehreren Booten gleichzeitig.
Richelieu Rock ist ein anderer Fall. Der Fels ragt bei Niedrigwasser nur knapp aus dem Wasser und liegt rund 200 Kilometer nördlich von Phuket im Mu-Ko-Surin-Nationalpark. Ab Khao Lak werden in der Saison Speedboot-Tagestouren dorthin verkauft, üblicherweise mit Landtransfer zum Pier bei Khuraburi und von dort rund 70 bis 90 Minuten Bootsfahrt je Strecke. Bei Wind fallen sie häufig aus. Verlässlicher steht der Fels auf fast jeder Similan-Tauchsafari mit auf der Route.
Warum haben die beiden Küsten unterschiedliche Saisons?
Weil sie auf verschiedenen Seiten der Halbinsel liegen und derselbe Monsun sie unterschiedlich trifft.
Der Südwestmonsun schiebt von etwa Mai bis Oktober Wind und Welle direkt auf die Andamanenküste. Die Sicht bricht ein, die Überfahrten werden unangenehm, und die beiden Meeresnationalparks schließen. Der Golf von Thailand liegt in diesen Monaten im Windschatten der Halbinsel und bleibt gut tauchbar.
Umgekehrt bringt der Nordostmonsun im November und Dezember Regen und Schwell an die Golfküste. Koh Tao bleibt dann tauchbar, aber die Sicht kann auf wenige Meter fallen, und Fähren fallen bei Starkwind aus.
Praktisch heißt das: Im März und April funktionieren beide Küsten gleichzeitig gut. Das ist das Fenster, in dem sich eine Reise über beide Seiten ohne Abstriche planen lässt.
Was musst du zur Saison des Similan-Nationalparks wissen?
Der Nationalpark Mu Ko Similan und der benachbarte Mu Ko Surin sind jedes Jahr vom 16. Mai bis 14. Oktober geschlossen. Die Saison läuft also vom 15. Oktober bis 15. Mai, und die Nationalparkbehörde bestätigt diese Daten jährlich. Mitte Oktober und die erste Maihälfte sind reguläre Safariwochen und oft günstiger als die Hochsaison.
Dazu kommen Regeln, die Reisepläne aus älteren Reiseführern hinfällig machen:
Übernachten an Land: Die Zeltcamps auf Koh Miang und Koh Similan sind seit Oktober 2018 für Touristen geschlossen. Wenn du mehrere Tage vor Ort tauchen willst, schläfst du an Bord.
Koh Tachai: Die Insel ist seit 2016 für Landgänge gesperrt, weil der Strand dem Besucherandrang nicht standhielt. Der Tauchplatz Tachai Pinnacle liegt außerhalb und wird weiter angefahren.
Parkgebühren: Für ausländische Erwachsene 500 THB Eintritt je Nationalpark, dazu 200 THB pro Tauchtag. Similan und Surin sind getrennte Parks mit getrenntem Eintritt, eine kombinierte Safari zahlt also zweimal. Anbieter bündeln das unterschiedlich, frag nach der Gesamtsumme.
Sonnencreme: In thailändischen Meeresnationalparks sind Sonnencremes mit Oxybenzon, Octinoxat, 4-Methylbenzylidencampher und Butylparaben verboten, mit empfindlichem Bußgeld. Durchgesetzt wird das über die Tauchveranstalter, prüf die Inhaltsstoffe vor der Abreise.
Kurzfristige Sperrungen: Nach der Korallenbleiche im Frühjahr 2024 hat die Behörde Tauchplätze in mehreren Meeresnationalparks zeitweise dichtgemacht, darunter Hat Noppharat Thara–Mu Ko Phi Phi, Mu Ko Chang und Sirinat. Solche Sperrungen kommen ohne lange Vorwarnung, deshalb frag deine Tauchbasis vor der Buchung nach dem aktuellen Stand.
Diese Punkte entscheiden über die Reiseplanung stärker als die Auswahl der Tauchplätze. Eine Similan-Tauchsafari im Juni gibt es nicht.
Wann ist die beste Reisezeit?
Region | Gute Monate | Wasser (typisch) | Besonderheit |
|---|---|---|---|
Similans und Surin | Mitte Oktober bis Mitte Mai | 27 bis 30 °C | Park geschlossen 16. Mai bis 14. Oktober |
Richelieu Rock | Februar bis April | 27 bis 30 °C | beste Walhaichancen des Landes |
Hin Daeng und Hin Muang | Februar bis Mai | 27 bis 29 °C | Mantas vor allem im März und April |
Phuket und Phi Phi | November bis April | 27 bis 30 °C | Tagesausfahrten ganzjährig möglich |
Koh Tao | ganzjährig, am besten März bis September | 28 bis 30 °C | schwächste Phase November und Dezember |
In der Hauptsaison liegen an Richelieu Rock, Koh Bon, Tachai Pinnacle und besonders an Hin Daeng und Hin Muang regelmäßig Sprungschichten mit 24 bis 26 °C an. Bei drei bis vier Tauchgängen am Tag entscheidet das darüber, ob du mit 3 oder 5 Millimetern besser fährst.
Wenn du nur ein Fenster hast und Großfisch sehen willst, nimm Februar bis April an der Andamanenküste. Das ist die Zeit, in der Walhaie an Richelieu Rock und Mantas an Hin Daeng am häufigsten gemeldet werden. Eine Garantie ist das nicht. Wer dir eine verspricht, verkauft dir Marketing, kein Tauchen.
Was siehst du unter Wasser?
Thailand punktet nicht mit Artenrekorden, sondern mit Struktur: Granitblöcke, durch die du hindurchtauchst, Überhänge, Schwärme über den Kuppen.
An den Similans stehen Fahnenbarsche in Wolken über den Blöcken, dazwischen Napoleons, Blaupunktrochen im Sand und mit etwas Glück Zebrahaie auf den Sandflächen bei Koh Bon. Im Englischen heißen sie leopard sharks, was gelegentlich zur Verwechslung mit dem nordostpazifischen Leopardhai führt, der in Thailand nicht vorkommt. Richelieu Rock ist der artenreichste Platz des Landes, dicht bewachsen mit Weichkorallen, und die Adresse für Walhaie, wenn sie da sind.
Hin Daeng und Hin Muang liegen als reine Unterwasserfelsen im offenen Meer, mit Wänden, die weit unter jede Freizeittauchtiefe abfallen. Mantas kommen dort vor allem im März und April vorbei. Strömung gehört zum Programm.
An den Putzerstationen fast aller thailändischen Riffe sitzen Putzerlippfische, die größere Fische von Parasiten befreien. Wenn du an einer solchen Station zwei Minuten still liegen bleibst, siehst du oft mehr Verhalten als auf der ganzen restlichen Strecke.
Auch das gehört zum Bild: Thailands Riffe haben mehrfach unter Hitzewellen gelitten, zuletzt 2024, davor 2016 und 2010. Die größte Fläche bleichte 2024, das höchste Korallensterben brachte aber 2010. Bleiche Stellen und abgestorbene Bereiche sind an manchen Plätzen deutlich sichtbar. Das macht die Tauchgänge nicht schlecht, aber wer Bilder von vor 2010 im Kopf hat, sollte die Erwartung anpassen.
Welche Erfahrung brauchst du?
Für die meisten Plätze reicht der Open-Water-Tauchschein. Zwei Einschränkungen sind real:
Ab Open Water: Koh Tao, die Riffe um Phi Phi, die flacheren Similan-Plätze und die Hausriffe vor Khao Lak. Strömung gibt es dort, aber überschaubar.
Fortgeschritten und mit Strömungserfahrung: Richelieu Rock, Tachai Pinnacle, Hin Daeng und Hin Muang, dazu das Wrack der King Cruiser. Es steht auf rund 30 bis 32 Metern, der größte Teil liegt unterhalb der Open-Water-Grenze, und die Anbieter verlangen dort üblicherweise Advanced Open Water. An den Hochseefelsen kann die Strömung innerhalb eines Tauchgangs drehen und an den Kanten abwärts kippen. Rechne mit einem Negativeinstieg und bleib riffnah.
Zur Ausrüstung gehört dort eine Signalboje mit Spool, die du aus dem Mittelwasser setzen kannst und nicht erst an der Oberfläche. An Hin Daeng und Richelieu Rock gibt es kein Ufer, an das du schwimmen könntest. Frag vor der Buchung nach dem Verhältnis von Tauchguide zu Tauchern.
Für eine Tauchsafari reicht formal meist Open Water, aber fast alle Anbieter setzen eine Mindestzahl geloggter Tauchgänge voraus, verbreitet zehn bis zwanzig, dazu einen Tauchgang innerhalb der letzten sechs bis zwölf Monate. Drei bis vier Tauchgänge am Tag sind Standard. Nitrox lohnt sich dafür, verlangt aber einen eigenen Tauchschein und kostet fast überall Aufpreis. Achte auf die geringere Maximaltiefe, gerade an Hin Daeng.
Zur Sicherheit gehören zwei Dinge, nach denen du fragen solltest: Wo liegt die nächste Druckkammer und wie lange dauert die Evakuierung vom nördlichsten Punkt der Route? Für die Andamanenrouten ist das Phuket, Koh Tao und Koh Samui haben eigene Kammern. Eine Tauchunfallversicherung mit Evakuierungsdeckung gehört zur Buchung.
Zum Rückflug: Nach einem einzelnen Tauchgang gelten mindestens 12 Stunden Wartezeit, nach mehreren Tagen mit Wiederholungstauchgängen mindestens 18, nach Tauchgängen mit Dekompressionsstopps deutlich mehr. Auf einer Similan-Tauchsafari endet der letzte Tauchgang meist am Vormittag des Rückreisetags. Ein Abendflug ab Phuket geht sich damit nicht aus, plan eine Nacht in Khao Lak oder Phuket ein.
Was kostet Tauchen in Thailand?
Thailand ist eines der günstigsten Tauchziele Asiens, und der Abstand zwischen Tagesausfahrt und Tauchsafari ist groß. Grobe Spannen, ohne internationalen Flug:
Posten | Grobe Spanne |
|---|---|
Open-Water-Kurs auf Koh Tao | ~280 bis 400 € |
Zwei Tauchgänge vom Tagesboot, Phuket oder Lanta | ~80 bis 130 € |
Tagesausfahrt Similans ab Khao Lak | ~120 bis 180 € |
Tauchsafari Similans und Surin, vier Tage | ~700 bis 1.100 € |
Tauchsafari sechs bis sieben Tage | ~1.100 bis 1.700 € |
Unterkunft pro Nacht, Khao Lak oder Koh Tao | ~20 bis 90 € |
In den Nationalparks kommen die Gebühren obendrauf, also bei Similan, Surin, Phi Phi, Mu Ko Lanta mit Hin Daeng und Mu Ko Chang. Auf Koh Tao nicht, die Insel liegt in keinem Nationalpark. Frag nach, ob der angebotene Preis die Parkgebühren enthält, dazu Nitrox und den Transfer ab Phuket. Genau daran unterscheiden sich Angebote, die auf den ersten Blick gleich aussehen.
Ein Vergleich zur Einordnung: Eine Woche Tauchsafari kostet in Thailand deutlich weniger als in Raja Ampat oder auf einer Malediven-Tauchsafari, liegt aber ungefähr gleichauf mit günstigen Komodo-Booten, wie du sie beim Tauchen in Indonesien findest. Die Malediven liefern mehr Großfisch, nicht mehr Arten. Kürzer ist in Thailand vor allem die Saison.
Häufige Fragen
Wann sind die Similan-Inseln geschlossen? Vom 16. Mai bis 14. Oktober, die Saison läuft vom 15. Oktober bis 15. Mai. In dieser Zeit werden die Tauchplätze im Park nicht angefahren, die Anbieter weichen auf Tagesziele vor Khao Lak und Phuket aus.
Kannst du in Thailand ganzjährig tauchen? Ja, aber nicht überall gleichzeitig. Von Mitte Oktober bis Mitte Mai läuft die Andamanenküste. Der Golf mit Koh Tao läuft ganzjährig, am schwächsten im November und Dezember. Im März und April funktionieren beide Seiten gut.
Brauchst du für Richelieu Rock einen bestimmten Tauchschein? Formal meist nicht, praktisch schon Erfahrung. Der Fels liegt im offenen Meer, die Strömung kann während des Tauchgangs drehen, und du gehst fast immer als Negativeinstieg ins Wasser. Mit frisch abgeschlossenem Open Water ist das der falsche erste Platz.
Lohnt sich Koh Tao für erfahrene Taucher? Für die Tauchplätze allein eher nicht: Die Ausbildungsbuchten sind flach, und die guten Plätze wie Chumphon Pinnacle, der aus rund 35 Metern auf etwa 14 aufsteigt, sind stark besucht. Für Weiterbildungen und einen günstigen längeren Aufenthalt schon.
Wie hoch sind die Nationalparkgebühren? Für ausländische Erwachsene 500 THB Eintritt je Park, dazu 200 THB pro Tauchtag. Similan und Surin werden getrennt berechnet. Die Sätze werden regelmäßig angepasst, frag den aktuellen Stand bei deiner Tauchbasis nach.



