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Tauchen auf Bali: Vom Wrack bis zu den Mantas

Tauchen auf Bali: Vom Wrack bis zu den Mantas

Bali ist das einfachste Tauchziel Indonesiens: kurze Wege, gute Infrastruktur und ein Wrack, zu dem du vom Strand aus läufst. Getaucht wird das ganze Jahr. Zwei Dinge bestimmen deinen Reisezeitpunkt: die Regenzeit und die Mola-Mola-Saison vor Nusa Penida. Im Kalender decken sich die beiden nur teilweise, und genau daran scheitern die meisten Reiseplanungen.

Welche Tauchplätze auf Bali lohnen sich?

Bali hat vier sehr unterschiedliche Ecken, und sie liegen weiter auseinander, als die Landkarte vermuten lässt. Vom Flughafen im Süden nach Tulamben im Nordosten fährst du je nach Verkehr rund drei Stunden.

Die Tiefenangaben unten sind das empfohlene Tauchprofil, nicht die maximale Tiefe des Tauchplatzes. Mehrere dieser Wände fallen deutlich tiefer ab, als hier steht. Mit einem Open-Water-Brevet bleibst du bei 18 Metern, unabhängig davon, wo der Grund liegt.

Tauchplatz

Region

Empfohlenes Profil

Bekannt für

USAT Liberty, Tulamben

Nordosten

5 bis 30 m

Wrack am Geröllhang, Einstieg vom Ufer

Jemeluk Bay, Amed

Nordosten

bis 25 m

ruhige Ufertauchgänge, Makro

Blue Lagoon, Padangbai

Osten

bis 20 m

einfacher Bootstauchplatz, viel Kleintier

Gili Tepekong und Biaha

Osten

bis 30 m

harte Strömung, kaltes Wasser

Manta Point, Nusa Penida

Südosten

bis 20 m

Riffmantas an der Putzstation

Crystal Bay, Nusa Penida

Südosten

bis 30 m

Mola Mola in der Upwelling-Saison

Menjangan

Nordwesten

bis 30 m

Steilwände, meist sehr klares Wasser

Secret Bay, Gilimanuk

Westen

bis 10 m

Schlammgrund mit seltenen Kleinlebewesen

Das Wrack der USAT Liberty ist der Grund, warum die meisten überhaupt nach Tulamben fahren. Es liegt parallel zum Ufer auf einem Geröllhang, der flachste Teil beginnt bei etwa fünf Metern. Du läufst mit der Ausrüstung über die Kiesel ins Wasser, was mit voller Flasche unangenehmer ist, als es klingt. Das Wrack ist stark zusammengefallen und versandet, ein Eindringen in die Struktur gehört nicht zum Sporttauchgang.

Nusa Penida ist die raue Seite Balis: Drifttauchgänge im offenen Kanal, kaltes Wasser und ernst zu nehmende Strömung. Einen umfassenderen Überblick über die Insel findest du im Bali-Guide.

Wann ist die beste Reisezeit zum Tauchen auf Bali?

Von April bis Oktober für gute Sicht und ruhige See. Das ist die Trockenzeit. Die Mola-Mola-Saison ist kürzer und liegt am Ende dieses Fensters, ungefähr von Juli bis Oktober mit dem Schwerpunkt im August und September. Wer im April bucht, bekommt gutes Wetter, aber keine Mola Mola.

Zeitraum

Wetter

Oberflächentemperatur vor Nusa Penida

Lohnt sich für

April bis Juni

trocken

~27 bis 29 °C

gute Sicht, wenig Betrieb

Juli bis Oktober

trocken

~24 bis 27 °C

Mola Mola, Hochsaison

November bis März

Regenzeit

~27 bis 29 °C

Makro, günstige Preise, weniger Boote

Das eigentliche Thema vor Nusa Penida ist nicht die Oberfläche, sondern die Sprungschicht darunter. In der Upwelling-Saison drückt kaltes Wasser aus der Tiefe nach oben, und die Grenze liegt selten dort, wo du sie erwartest: oft schon zwischen 12 und 18 Metern, an starken Tagen bis an die Oberfläche. Darunter sind 18 bis 20 Grad Celsius normal, gemeldet werden auch 16 Grad Celsius.

Ein 5-mm-Anzug ist dafür die Untergrenze, nicht die Lösung. Für einen 50- bis 60-Minuten-Tauchgang in diesem Bereich willst du Kopfhaube und Weste dazu, und wer schnell friert, nimmt 7 mm. Auch in Secret Bay im Westen wird es kühler als der Rest von Bali, und dort tauchst du lange und langsam, dazu flach, was das Auskühlen beschleunigt.

Welche Erfahrung brauchst du auf Bali?

Das kommt auf den Tauchplatz an, und die Spanne innerhalb einer einzigen Insel ist ungewöhnlich groß. Tulamben und Amed sind für Taucher mit frischem Tauchschein geeignet, Nusa Penida und die Gilis vor Padangbai sind es nicht.

  • Ab Open Water: Tulamben, Amed, Blue Lagoon bei Padangbai, Menjangan. Ufertauchgänge oder kurze Bootsfahrten, wenig bis mäßige Strömung.

  • Fortgeschritten mit Strömungserfahrung: Nusa Penida, Nusa Lembongan und die Felsen Gili Tepekong, Gili Mimpang sowie Gili Biaha vor Padangbai. Letztere werden aus demselben Hafen verkauft wie die einfache Blue Lagoon, sind aber die anspruchsvollsten Tauchplätze der Insel.

Der Unterschied ist wichtig, weil er sich nicht am Ort festmachen lässt, sondern am einzelnen Tauchplatz. Wer in Padangbai "eine Bootsausfahrt" bucht, sollte fragen, welches Riff angefahren wird.

Im Kanal zwischen Bali und Penida stehen starke Strömungen, und an Crystal Bay treten Abwärtsströmungen auf, die dich zügig nach unten ziehen. Der richtige Umgang damit ist nicht, dagegen anzuflossen: Du schwimmst horizontal aus der absteigenden Wassersäule heraus, zur Wand hin oder von ihr weg, und pumpst dabei nicht das Jacket voll. Halte dich von der Kante Richtung Bat Cave fern, wenn der Tauchguide das ansagt.

Zwei Ausrüstungsteile gehören auf Nusa Penida dazu. Eine Signalboje mit Spule ist wichtiger als ein Riffhaken, weil du in einem Kanal mit Bootsverkehr auftauchst und unter Umständen abseits der Gruppe. Übe das Setzen aus der Tiefe, bevor du es brauchst.

Plane Nusa Penida außerdem nicht in die ersten Urlaubstage. Fahr vorher zwei oder drei Tage nach Tulamben, um Tarierung und Luftverbrauch nach der Pause wieder in den Griff zu bekommen.

Höhe und Rückflug

Viele kombinieren das Tauchen mit den Bergen rund um Kintamani oder mit dem Sonnenaufgang am Batur. Kintamani liegt auf rund 1.500 Metern, der Gipfel des Batur auf etwa 1.717 Metern, und der Aufstieg startet gegen drei Uhr nachts. Wer nachmittags getaucht hat und nachts hochfährt, hat eine Höhenexposition eingebaut, ohne es zu merken.

Die Zahlen, an denen du dich orientieren kannst:

  • Nach einem einzelnen Tauchgang ohne Dekompression: mindestens 12 Stunden bis zum Flug.

  • Nach mehreren Tagen mit mehreren Tauchgängen: mindestens 18 Stunden, praktisch also ein voller tauchfreier Tag vor dem Rückflug ab Denpasar.

  • Für Höhenfahrten gilt dieselbe Logik ab etwa 300 Metern. Das betrifft auch den Bedugul-Pass auf rund 1.200 bis 1.400 Metern. Von Menjangan und Pemuteran zurück in den Süden gibt es zwei Wege: die Küstenstraße über Gilimanuk auf Meereshöhe und die Route über Singaraja und Bedugul über den Pass. Wer noch am selben Tag getaucht hat, nimmt die Küste.

Was siehst du unter Wasser?

Auf engem Raum sehr verschiedene Unterwasserwelten. Am Wrack in Tulamben stehen Fahnenbarsche in Wolken über dem Stahl, dazu Büffelkopf-Papageifische, die dort übernachten, und Barrakudas an der Kante. Der Geröllhang daneben ist Makrogebiet.

An den Putzstationen sitzen Putzerlippfische und arbeiten sich durch die Kiemen größerer Fische. Deshalb sind die Mantas an Manta Point so zuverlässig anzutreffen: Sie kommen dorthin zum Putzen. Fressen tun sie ebenfalls, vor allem in der Manta Bay, wo sie das Plankton aus dem Oberflächenwasser filtern. In beiden Fällen bleiben sie ruhig, solange niemand von oben auf sie zuschwimmt.

Die Schlammgründe im Westen und um Seraya sind das andere Extrem. Auf grauem Sand ohne jede Korallenkulisse findest du Geisterpfeifenfische, Anglerfische, Tintenfische und Nacktschnecken. Das ist Tauchen mit der Lupe und braucht einen Tauchguide mit gutem Auge.

Die Mola Mola sind das Aushängeschild der Saison, aber sie sind Glückssache und nicht buchbar. Sie steigen aus der Tiefe zu Putzstationen auf, bleiben oft nur Minuten und reagieren empfindlich auf zu nahe Taucher. Der Fisch, den du vor Bali siehst, ist übrigens meist nicht der eigentliche Mola mola, sondern der Bucklige Mondfisch, Mola alexandrini. Für die Suche im Netz hat sich der alte Name gehalten.

Was kostet Tauchen auf Bali?

Bali gehört zu den günstigeren Tauchzielen in Südostasien. Grobe Spannen, ohne Flug:

Posten

Grobe Spanne

Einzelner Tauchgang, Ufer

~30 bis 45 €

Tagesausfahrt Nusa Penida, zwei Tauchgänge

~70 bis 110 €

Zehnerkarte (10 Tauchgänge)

~250 bis 380 €

Unterkunft in Tulamben, pro Nacht

~20 bis 70 €

Leihausrüstung pro Tag

~10 bis 20 €

Eine gerechnete Woche mit zehn Tauchgängen, sieben Nächten in einer mittleren Unterkunft, eigener Ausrüstung und einem Transfer vom und zum Flughafen landet damit grob bei 600 bis 1.100 Euro ohne Flug.

Dazu kommen Eintritte für den Nationalpark Menjangan, Hafengebühren auf Nusa Penida und die Tourismusabgabe, die Bali seit 2024 von ausländischen Gästen erhebt. Die Gebühren ändern sich immer wieder, frag bei deiner Tauchbasis nach, was gerade gilt.

Der Transfer ist der Posten, den viele vergessen. Ein Fahrer vom Flughafen nach Tulamben kostet je nach Anbieter rund 30 bis 50 Euro pro Strecke, und wenn du zwischen Tulamben und Nusa Penida wechselst, zahlst du das zweimal plus Fährüberfahrt. Wer eine Woche bleibt, fährt mit einer Basis und Tagesausflügen meist günstiger als mit zwei Standorten.

Anreise und Praktisches

Bali fliegst du über Denpasar (DPS) an, meist mit einem Umstieg am Golf oder in Südostasien. Die Gesamtreisezeit ab Mitteleuropa liegt bei rund 17 bis 22 Stunden.

  • Einreise: Für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum gilt Visa on Arrival, das sich vorab online beantragen lässt. Regeln und Gebühren ändern sich, prüf den Stand kurz vor Abflug.

  • Druckkammer: Die nächste Druckkammer steht im Raum Denpasar, von Tulamben aus rund drei Fahrstunden entfernt. Eine Tauchunfallversicherung ist hier kein Luxus.

  • Bezahlung: Kleinere Tauchbasen rechnen gern bar in Rupiah ab, größere akzeptieren Karte, oft mit Aufschlag.

  • Strömungserfahrung nachweisen: Seriöse Anbieter fragen vor Nusa Penida nach deinem Logbuch. Wenn niemand fragt, ist das kein gutes Zeichen.

Häufige Fragen

Kann ich auf Bali als Anfänger tauchen? Ja. Tulamben und Amed sind gute Einstiegsgebiete mit Ufertauchgängen und geringer Strömung. Nusa Penida und die Gilis vor Padangbai solltest du dir für später aufheben.

Wann sehe ich auf Bali Mola Mola? Typischerweise zwischen Juli und Oktober vor Nusa Penida, mit dem Schwerpunkt im August und September, wenn kaltes Wasser aufsteigt. Sichtungen sind saisonabhängig und nie garantiert.

Sehe ich Mantas das ganze Jahr? Riffmantas stehen ganzjährig an Manta Point. Die See dort ist allerdings oft unruhig, und bei starkem Schwell fahren die Boote den Tauchplatz nicht an.

Wie viele Tauchtage brauche ich für Bali? Fünf bis sieben Tauchtage reichen, um Tulamben, einen Makrotauchplatz und Nusa Penida unterzubringen. Wer nur drei Tage hat, bleibt besser in einer Region.

Lohnt sich Bali als Einstieg für Indonesien? Ja, aus logistischen Gründen. Bali hat die beste Anbindung und die meisten Tauchbasen des Landes. Was danach kommt, steht im Überblick zum Tauchen in Indonesien.

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